Issue der Woche: Rechtsbruch bei Schweinebetäubungen

Undercover-Aufnahmen der SOKO Tierschutz zeigen Tierschutzverstöße bei der Betäubung und Schlachtung von Schweinen in deutschen Schlachthöfen. Die Bilder stammen aus einem Betrieb, der als Vorzeigeschlachthof mit hohem Bio-Anteil gilt und als Forschungsschlachthof der Bundesrepublik fungiert.

Während die Schlachtbetriebe von hohen Tierschutzstandards, einer sicheren Betäubungswirkung sowie einem schonenden Verfahren sprechen, zeigen die Bilder, wie Schweine in einer Gondel in ein CO2-Bad gefahren werden und für mehr als zwei Minuten Panik und Erstickungsanfälle erleiden.

REPORT Mainz konfrontierte die Verantwortlichen mit den Aufnahmen. Der Schlachthofleiter aus Kulmbach hält die CO2-Betäubung selbst für "suboptimal" - es sei jedoch nicht ganz einfach, da die Methode rechtlich zugelassen sei, obwohl sie den Tierschutz nicht widerspiegle. Auf ihre Anfrage an das Bundeslandwirtschaftsministerium erhalten die Journalisten die Antwort, die EU-Kommission überprüfe derzeit das europäische Tierschutzrecht und werde sich nach Vorliegen etwaiger Änderungsvorschläge damit auseinandersetzen.

"Das ist die Standardmethode der Schweinebetäubung in Deutschland. Das bedeutet 40 Millionen Mal Todesangst, Panik und Kampf in dieser Box, bis dann endlich die Bewusstlosigkeit eintritt."
Quelle: SOKO Tierschutz e. V.

Die CO2-Betäubung steht schon länger in der Kritik. Zahlreiche Medien berichteten in den vergangenen Jahren über die umstrittene Methode. Die baden-württembergische Tierschutzbeauftragte stuft die Betäubungsmethode als Tierquälerei ein. Sie sei nach dem deutschen Tierschutzgesetz untersagt, in der höherrangigen EU-Schlachtverordnung werde sie jedoch als zugelassen erwähnt. 


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