Die Kartoffelernte 2026 dürfte deutlich kleiner ausfallen und den Anpassungsdruck entlang der Lieferkette erhöhen. Unternehmen sollten verfügbare Mengen, Qualitäten und vertragliche Liefermengen frühzeitig prüfen und mögliche Engpässe in Beschaffung, Verarbeitung und Absatz berücksichtigen. Eine enge Abstimmung zwischen Erzeugern, Händlern und Verarbeitern bleibt entscheidend, um auf abweichende Erträge und Knollengrößen rechtzeitig reagieren zu können.
Die Kartoffelernte 2026 fällt in Deutschland voraussichtlich deutlich kleiner aus als im Vorjahr. Für Deutschland wird eine Ernte von circa 10,6 Millionen Tonnen Kartoffeln erwartet, was einem Rückgang von etwa 10 % gegenüber dem Fünfjahresmittel entspricht. 1,13 Millionen Tonnen des Verlustes könne dabei auf Dürre und Hitze zurückgeführt werden. Damit könnte die Ernte zu den geringsten der vergangenen zehn Jahre zählen. Zudem wurde die Anbaufläche in Nordwesteuropa in diesem Jahr als Reaktion auf die starken Überschüsse und den Preisverfall 2025 um 13,7 Prozent auf 521.500 Hektar reduziert.
Branchenvertreter sehen die geringere Verfügbarkeit als zuträglich für eine Stabilisierung des Kartoffelmarktes. Die Preise für Kartoffeln seien gegenüber dem Vorjahr um 15 bis 16 €/dt gestiegen und hätten sich demnach nahezu verdoppelt. Gleichzeitig bleibe die Nachfrage hoch.
Die kleinere Ernte und die Auswirkungen der Dürre könnten jedoch zu Problemen bei Mengen, Qualität und Verarbeitung führen. Eine beträchtliche Anzahl von Erzeugern werde voraussichtlich Schwierigkeiten haben, die vertraglich vereinbarten Mengen zu liefern. Die geringeren Knollengrößen und -längen könnten die Verarbeitung und den Absatz an industrielle Abnehmer erschweren. Händler und Verarbeiter müssten daher ihre Produktspezifikationen und Erwartungen anpassen.
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