Issue der Woche: Marketing für ungesunde Kinderlebensmittel

Foodwatch hat in einer neuen Studie 283 an Kinder beworbene Lebensmittel untersucht. Dabei wurde die Nährstoffzusammensetzung mit den Anforderungen der Weltgesundheitsorganisation an ausgewogene Lebensmittel abgeglichen. Wie das Ergebnis zeigt, seien 85,5 % der untersuchten Produkte ungesund und enthielten große Mengen Zucker, Fett und / oder Salz. Eine Studie von foodwatch aus dem Jahr 2015 ist damals zu einem vergleichbaren Ergebnis gelangt. Weder Politik noch Wirtschaft hätten ihre „Versprechungen für einen besseren Schutz von Kindern und Jugendlichen vor Junkfood-Werbung“ gehalten. Vor diesem Hintergrund betont die Organisation, dass jeder fünfte Todesfall in Deutschland nach Angaben der OECD insbesondere durch ungesunde Ernährung verursacht werde.

Das Bundeslandwirtschaftsministerium betont dagegen, dass viele Kinderlebensmittel in den vergangenen Jahren gesünder geworden seien. Seit Beginn der nationalen Innovations- und Reduktionsstrategie im Jahr 2019 sei der Zucker- und Salzgehalt in einigen dieser Produkte um teilweise beträchtliche Mengen gesunken. Aus Sicht von foodwatch enthielten trotzdem etwa fast alle Kinder-Joghurts deutlich mehr Zucker als von der WHO empfohlen.

Produkte, die an Kinder beworben werden, sind in erster Linie Zuckerbomben und fettige Snacks. Daran haben auch freiwillige Selbstverpflichtungen der Lebensmittelindustrie nichts geändert.
Quelle: Oliver Huizinga, Kampagnendirektor bei foodwatch

Der Lebensmittelverband Deutschland bezeichnet den Fokus auf das Marketing als „Scheindebatte“. Anstatt die Werbung für ungesunde Kinderlebensmittel zu kritisieren, seien zielorientierte Ansätze und zielgruppengerechte Aufklärung notwendig. Eine „ausgewogene, gesunde und genussvolle Ernährung“ beziehe sich nicht auf ein einzelnes Lebensmittel, sondern auf die generelle Lebensmittelauswahl über einen längeren Zeitraum.

 

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AFC Chilli