Pressemitteilung: "AFC-ISSUE-MONITOR REPORT 2020: Auch in Corona-Zeiten reißt die Kritik an der Lebensmittelwirtschaft nicht ab"

Die Corona-Krise dominiert zwar die Berichterstattung der letzten Monate, doch die aktuelle Auswertung der Bonner AFC Risk & Crisis Consult bestätigt den Trend vergangener Jahre. Nach wie vor stehen Missstände in der Tierhaltung, Kritik an Inhaltsstoffen und der Kennzeichnung von Lebensmitteln im Fokus der Öffentlichkeit.

02.07.2020 / Bonn – In der Analyse „AFC-Issue-Monitor Report 2020 – Kritische Themen und Trends in der Agrar- und Ernährungsbranche“ der AFC Risk & Crisis Consult wurden insgesamt 924 kritische Veröffentlichungen des Jahres 2019 erfasst. Unter Schlagzeilen wie „Klimakiller Kunststoff“, „Schokolade: Der nicht immer faire Genuss“ und „Das Kükentöten geht weiter“ wurde im Durchschnitt zweieinhalb Mal am Tag über die Branche berichtet.

Abbildung: Top-5 Issues der Agrar- und Ernährungsbranche im Jahr 2019

Die Auswertung der Issues zeigt: Auch 2019 bleibt die Tierhaltung mit 13,2 % auf dem ersten Platz der am meisten diskutierten Themen. Die nachfolgend am häufigsten thematisierten Issues waren: Lebensmittelinhaltsstoffe (9,7 %), Lebensmittelkennzeichnung (7 %), Verpackungsmüll (6 %) und Umweltauswirkungen der Landwirtschaft (4,9 %). Allein auf diese fünf Issues entfiel weit über ein Drittel (40,8 %) der erfassten Meldungen.

Abbildung: Anzahl der Meldungen nach Branche (n = 924; Doppelnennungen möglich)

Mit 365 Meldungen stellt die Fleischbranche unverändert die am häufigsten adressierte Branche dar. Weitere stark betroffene Teilbranchen waren der Lebensmitteleinzelhandel und die Systemgastronomie (254), Milch und Milchprodukte (216) sowie Obst- und Gemüseprodukte (137). Vergangenes Jahr gab es keine Teilbranche, über die nicht kritisch berichtet wurde. Besonders auffällig ist der Anstieg der Anzahl an Meldungen über Lebensmitteleinzelhandel und Systemgastronomie um über 11 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr. Dies hängt zusammen mit der Vielzahl an Diskussionen über die gesetzliche Tierwohlkennzeichnung, den Nutri-Score sowie die geplante Reduzierung von Einwegplastik im Lebensmitteleinzelhandel.

Die Sonderauswertung zur Coronakrise zeigt zudem: Aufgrund der zahlreichen Meldungen über Covid-19 ist die Gesamtanzahl der kritischen Meldungen über die Agrar- und Ernährungsbranche im Vergleich zu den Vorjahren erwartungsgemäß leicht zurückgegangen. Besonders mit Beginn der Coronakrise in Deutschland war ein Rückgang zu verzeichnen. Bereits ab Kalenderwoche 15 befand sich die Anzahl der Issues jedoch wieder auf dem Niveau der Vorjahre. Dies zeigt die Analyse des Vergleichszeitraumes der letzten Jahre. Insgesamt bleibt die Berichterstattung im Zeitraum 24.02.2020 - 17.05.2020 (KW 9 - 20) mit 205 Veröffentlichungen auf hohem Niveau. Während der andauernden Coronakrise wurde damit im Durchschnitt täglich mehr als zweieinhalb Mal kritisch über die Branche berichtet. „Dies zeigt, dass sich Unternehmen trotz Coronakrise weiterhin mit ihren Issues beschäftigen müssen, um das Ruder in der Hand zu behalten“, sagt Markus Hinskes, Head of Issue Management AFC Risk & Crisis Consult GmbH.

Abbildung: Vergleich der Anzahl der Issues über die Agrar- und Ernährungsbranche der KW 9 - 20 (2017-2020)
Anmerkung: Berichte im direkten Zusammenhang mit Corona wurden nicht erfasst.

Die Analyse „AFC-Issue-Monitor Report 2020“ basiert auf der Auswertung von 924 Veröffentlichungen, die im Rahmen des AFC-Issue-Monitorings identifiziert und als kritisch eingestuft wurden. Das Issue-Monitoring dient zur Risikofrühwarnung für die Agrar- und Ernährungsbranche, indem laufend Online-Medien, Fernsehsendungen, NGOs und Behörden auf für die Branche kritische Meldungen beobachtet und bewertet werden. Die Auswertung gibt damit umfassend Auskunft über die Issues der Agrar- und Ernährungsbranche sowie deren Trends.

Die Ergebnisse der Analyse „AFC-Issue-Monitor Report 2020“ sind auf Anfrage erhältlich.

Hier finden Sie die Pressemitteilung zum Ausdrucken mit Graphiken.

Pressekontakt

Markus Hinskes
Head of Issue Management

AFC Risk & Crisis Consult GmbH 
Dottendorfer Straße 82
53129 Bonn
Tel.: +49 228 98579-0
E-Mail: markus.hinskes@afc.net
www.afc.net

Über AFC Risk & Crisis Consult GmbH
Die AFC Risk & Crisis Consult GmbH ist die führende Beratungsgesellschaft für Risiko-, Krisen- und Kommunikationsmanagement in der Agrar- und Ernährungsbranche und Teil der AFC Consulting Group AG. Die Bonner Berater unterstützen Hersteller, Handel, Politik, Behörden und Verbände unter dem Motto: „Risiken vorbeugen. Krisen bewältigen. Kommunikation ermöglichen.“

Über die Autoren
Markus Hinskes, M. Sc. Agricultural & Food Economics
Head of Issue Management, AFC Risk & Crisis Consult GmbH

Markus Hinskes ist Agrar- und Lebensmittelökonom und Head of Issue Management bei der AFC Risk & Crisis Consult GmbH, der führenden Beratungsgesellschaft für Risiko-, Krisen- und Kommunikationsmanagement in der Agrar- und Ernährungsbranche. Hinskes verantwortet innerhalb der Unternehmensberatung das Issue Management und berät Hersteller, Handel, Politik, Behörden und Verbände zu den Schwerpunkten: Issue Management, Risiko- und Krisenmanagement, Kommunikations- und Stakeholdermanagement, Supply Chain- und Lieferantenmanagement.

Irene Willms, M. Sc. Ernährungswissenschaften
Analyst, AFC Risk & Crisis Consult GmbH

Als Analyst in der AFC Risk & Crisis Consult GmbH betreut und unterstützt Frau Willms vor allem Hersteller, Handel, Politik, Behörden und Verbände in den Bereichen Issue Management, Risiko- und Krisenmanagement, Qualitätsmanagement, Lieferantenmanagement.
 


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